Heilfasten nach Buchinger: Definition & Anleitung

Das Heilfasten nach Buchinger geht auf den Arzt Otto Buchinger zurück und beschreibt den freiwilligen Verzicht auf feste Nahrung für einen bestimmten Zeitraum, um den Körper, den Geist und die Seele zu reinigen. Die Fastenkur wird von Anfängern 3, 5, 7 oder 14 Tage durchgeführt. Erfahrene fasten bis zu 4 Wochen.

Es ist wichtig, das Heilfasten richtig durchzuführen und einen genauen Zeitplan aufzustellen, um dem eigenen Körper nicht zu schaden. Heilfasten ist nicht für jeden sinnvoll und ist zum Beispiel von Schwangeren, Kindern oder schwer kranken Menschen zu vermeiden. 

Laut dem Leitfaden “Leitlinie zur Fastentherapie” der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e.V. (ÄGHE) aus dem Jahr 2002 liegt die optimale Dauer für das Heilfasten bei 2 bis 4 Wochen. Dabei sind die eigenen Bedürfnisse des Körpers unbedingt zu berücksichtigen. Die Mindestdauer einer Heilfastenzeit liegt gemäß der ÄGHE bei 8 bis 10 Tagen (plus 1 Tag als Entlastungstag und 3 Tage als Fastenbrechen).

Was ist Heilfasten?

Heilfasten ist eine Art des Fastens, bei der man auf den Verzehr von fester Nahrung und Genussmitteln für eine begrenzte Zeit verzichtet, dem Körper jedoch jeden Tag eine geringe Menge an Kalorien zuführt. Das Heilfasten dient dem Erhalt der Gesundheit und der Therapie von Krankheiten.

Die beim Heilfasten zugeführte Energie beträgt etwa 250 bis 500 Kalorien pro Tag. Diese maximal 500 Kalorien ergeben sich beim Heilfasten durch den Verzehr von Gemüsebrühe, ungesüßten Obst- oder Gemüsesäften, Honig oder ungezuckertem Tee. Diese eingeschränkte Energiezufuhr unterscheidet das Heilfasten vom strikten Fasten, bei dem man komplett auf die Aufnahme von Kalorien verzichtet. Durch die minimale Kalorienzufuhr verfällt man beim Heilfasten nicht in Heißhungergefühle.

Heilfasten kurbelt Reinigungs- und Reparaturprozesse im Körper an, da keine feste Nahrung zu verdauen ist. Beim Heilfasten scheidet der Körper alle überschüssigen und beschädigten Zellen aus, was ihm die Möglichkeit zur Produktion neuer, gesunder Zellen gibt.

Das Heilfasten nach Buchinger ist zwischen 4 und 21 Tage gut verträglich. Das körperliche und emotionale Wohlbefinden wird mit Heilfasten gesteigert, kardiovaskuläre Risiken werden gelindert und individuelle gesundheitliche Beschwerden werden reduziert. Über diese positiven Effekte des Heilfastens berichtet die Studie “Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting period in an observational study including 1422 subjects” von F. Wilhelmi de Toledo et al., die 2019 in der Zeitschrift “PLOS ONE” erschien.

Das Heilfasten wird von vielen Menschen als Einstieg in einen gesunden Lebensstil genutzt, weil Körper und Seele dabei gereinigt und auf die zukünftig gesunde Ernährung vorbereitet werden. Otto Buchinger nennt das Heilfasten deshalb auch die “Diät der Seele”.

Anleitung: So wird Heilfasten richtig durchgeführt

Die folgende Anleitung zeigt, wie Heilfasten in 3 Schritten (Entlastungstag(e), Heilfastenzeit und Fastenbrechen) richtig durchgeführt wird.

1. Entlastungstag(e)

Im ersten Schritt des Heilfastens legt man vor Beginn der eigentlichen Fastenzeit 1 bis 2 Entlastungstage ein, an denen man den Körper auf die Fastenzeit vorbereitet. Während dieser Entlastungstage isst man ausschließlich leicht verdauliche Kost wie gegartes Gemüse, Reis, Suppe oder mageres Fleisch. Die Kalorienzufuhr reduziert man in dieser Zeit auf 1000 Kalorien pro Tag

Während der Entlastungstage verzichtet man bereits auf Koffein, Alkohol und Nikotin. Stress sollte man während der Entlastungstage vermeiden. 

Beim Heilfasten in einer professionell betreuten Gruppe bewältigt man die Entlastungstage meistens gemeinsam mit den anderen Gruppenmitgliedern und profitiert dadurch bereits früh von der gegenseitigen Unterstützung. 

2. Heilfastenzeit

Im zweiten Schritt des Heilfastens beginnt man die Heilfastenzeit. Am ersten Tag der Fastenzeit ist der Darm vollständig zu entleeren. Eine Entleerung des Darms funktioniert am besten, wenn man 30 bis 40 Gramm Glaubersalz (etwa 2 gehäufte Esslöffel) mit ungefähr ¾ Liter warmem Wasser vermengt und trinkt. Nach einer halben Stunde trinkt man einen weiteren halben bis ganzen Liter Wasser.

Während der Fastenzeit wird vollständig auf feste Nahrung verzichtet. Erlaubt sind Gemüsebrühen, leichte Suppen und frisch gepresste Säfte mit insgesamt bis zu 500 Kalorien pro Tag. Täglich sollte man mindestens 2,5 Liter Wasser oder ungesüßten Tee trinken. Zur Vorbeugung von Heißhungerattacken sind Aktivitäten, die die Konzentration auf den eigenen Körper fördern, wichtig. 

Die folgende Übersicht zeigt ein Beispiel für die tägliche Kalorienzufuhr von 250 bis 500 Kalorien beim Heilfasten.

  • morgens 250 Milliliter ungesüßten Tee (z.B. Kräutertee) mit einem Esslöffel Honig
  • mittags 250 Milliliter frisch gepresster Obst- und Gemüsesaft
  • nachmittags 250 Milliliter ungesüßter Tee
  • abends 250 Milliliter Gemüsebrühe oder Gemüsesuppe mit Kräutern
  • über den Tag verteilt 2 Liter Wasser trinken

Aktivitäten wie zum Beispiel Meditation, Lesen, spazieren gehen oder Musik hören werden von den geschulten Fastenexperten angeboten, die das Heilfasten als Kur anbieten. Das Heilfasten in der Gruppe mit ärztlicher Überwachung wird empfohlen, um körperliche Veränderungen oder Unwohlsein mit einem Arzt abzusprechen. Ärztliche Überwachung während des Heilfastens ist besonders für kranke Menschen wichtig.

3. Fastenbrechen

Im dritten Schritt erfolgt nach der festgelegten Fastenzeit das Fastenbrechen. Das Fastenbrechen gilt als dreitägige Wiedergewöhnung des Körpers an normale Essgewohnheiten. Die langsame Gewöhnung an feste Nahrung ist essentiell, um Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Verstimmungen zu vermeiden.

Am ersten Tag nach der Heilfastenzeit wird die Kalorienzufuhr von den zuvor 500 Kalorien auf täglich 800 Kalorien erhöht. Am zweiten Tag werden 1000 Kalorien und am dritten Tag 1200 Kalorien zugeführt. Die Mahlzeiten sind klein zu halten und langsam zu kauen. Zwischen den geregelten Mahlzeiten ist ausreichend Wasser zu trinken.

Beim Fastenbrechen sind fettige Lebensmittel zu vermeiden. Stattdessen wird vegetarische Kost mit Bio-Produkten für die ersten Mahlzeiten nach der Fastenzeit empfohlen. Bei den meisten Menschen haben sich der Stoffwechsel und die Verdauung spätestens am vierten Tag nach der Fastenzeit wieder reguliert.

Plan für 3 Tage Heilfasten

Heilfasten für 3 Tage ist für Menschen geeignet, die die Fastenmethode ausprobieren möchten, oder für Menschen, die das Heilfasten als Sprungbrett in eine gesündere Ernährungsweise sehen. 3 Tage ist das Minimum für das Heilfasten, da der Körper mindestens 3 Tage benötigt, um auf die Kalorienbeschränkung zu reagieren. Eine Vor- und Nachbereitung der Fastenzeit ist bei einer kurzen Dauer von 3 Tagen nicht notwendig.

Plan für 5 Tage Heilfasten

Heilfasten für 5 Tage ist eine geeignete Zeit für gesunde Menschen, die ihren Körper und Geist reinigen möchten. 5 Tage Heilfasten dürfen von gesunden Personen zu Hause durchgeführt werden, da eine kurzzeitige Kalorienreduzierung von wenigen Tagen keiner ärztlichen Überwachung bedarf. 

Das umfangreiche Heilfasten von 2 bis 4 Wochen ist ausschließlich mit ärztlicher Aufsicht durchzuführen. Eine Vor- und Nachbereitung von jeweils 1 bis 2 Tagen ist beim fünftägigen Heilfasten ausreichend.

Plan für 7 Tage Heilfasten

Heilfasten für 7 Tage beginnt mit 1 bis 2 Tagen Vorbereitung vor der Fastenzeit und endet mit zusätzlichen 3 Tagen Nachbereitung. Nach einer Woche Heilfasten fühlen sich die meisten Menschen bereits entspannter und fitter. Eine vollständige Entgiftung des Körpers wird jedoch erst nach mehreren Wochen erreicht.  

Plan für 14 Tage Heilfasten

Beim Heilfasten von 14 Tagen ist es äußerst wichtig, sich an ausreichend Vor- und Nachbereitungszeit zu halten. Viel Bewegung in Form von Gymnastik, Wanderungen oder Spazierengehen ist ab einer Heilfastenzeit von 14 Tagen wichtig, um dem Muskelabbau entgegenzuwirken. Heilfasten für 14 Tage ist für Menschen geeignet, die neben der inneren Körperreinigung gleichzeitig abnehmen möchten.

Wie lange sollte man Heilfasten?

Man sollte 2 bis 4 Wochen Heilfasten, um von allen Vorzügen des Heilfastens zu profitieren. Zusätzlich sind 4 bis 5 Extratage zur Vor- und Nachbereitung der Fastenzeit einzuplanen. Die Dauer der Heilfastenzeit darf von jedem Fastenden selbst bestimmt werden, ist jedoch in Krankheitsfällen mit dem Arzt abzusprechen.

Als Mindestzeitraum für das Heilfasten mit sichtbaren und spürbaren Ergebnissen gelten 7 bis 10 Tage. Je nach Therapieziel fasten einige Menschen auch 6 Wochen, um rheumatische, allergische oder immunologische Erkrankungen zu lindern oder sogar zu heilen. Man sollte nicht länger als 6 Wochen fasten, um Mangelerscheinungen oder die Entwicklung eines Gewöhnungseffekts zu vermeiden.

Wann ist Heilfasten sinnvoll?

Heilfasten ist sinnvoll für den Beginn der Ernährungsumstellung, für die Gesunderhaltung, bei bestimmten Krankheiten, bei Stoffwechselstörungen, bei körperlichen Entzündungen und bei Übergewicht. 

Die nachfolgende Übersicht listet auf, wann Heilfasten sinnvoll ist.

  • Für den Beginn der Ernährungsumstellung: Heilfasten ist für den Beginn der Ernährungsumstellung sinnvoll, weil der Darm entleert, die Kalorienzufuhr während der Fastenzeit auf ein Minimum reduziert und somit der Neustart in die Ernährungsumstellung erleichtert wird.
  • Für die Gesunderhaltung: Heilfasten ist für gesunde Menschen als präventive Maßnahme und die Gesunderhaltung sinnvoll. Der Körper wird von innen gereinigt, die Seele gestärkt und das allgemeine Wohlbefinden verbessert. Diese positiven Effekte kräftigen das Immunsystem und vermeiden Erkrankungen.
  • Bei bestimmten Krankheiten: Heilfasten ist bei bestimmten Krankheiten wie zum Beispiel Rheuma oder Arthritis sinnvoll, da die Entzündungsaktivität beim Fasten zurückgeht und somit Schmerzen und krankhafte Beschwerden gelindert werden. Das Heilfasten lässt sich mit ärztlicher Aufsicht als Therapie gegen unterschiedliche Krankheiten anwenden. 
  • Bei Stoffwechselstörungen: Heilfasten ist bei Stoffwechselstörungen, wie zum Beispiel Hauterkrankungen, Verstopfung, Gelenkerkrankungen, Durchblutungsstörungen, Asthma oder Darmerkrankungen sinnvoll. Während der Fastenzeit wird der Stoffwechsel trainiert, da feste Nahrung nicht verdaut werden muss. Stattdessen konzentriert sich der Körper auf die Reinigung.
  • Bei körperlichen Entzündungen: Heilfasten ist bei körperlichen Entzündungen sinnvoll, die durch die Zufuhr von vielen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren über die Nahrung entstanden sind. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass mit einer Heilfastenzeit von mehreren Wochen Entzündungen im Körper gelindert werden.
  • Bei Übergewicht: Das Heilfasten ist bei Übergewicht sinnvoll, da die reduzierte Kalorienaufnahme von höchstens 500 Kalorien pro Tag auf die Fettreserven im Körper zurückgreift. 

Wer sollte nicht Heilfasten?

Schwangere und Stillende, Kinder, Jugendliche, sehr alte Personen, Menschen mit einer Essstörung und schwer Kranke, wie zum Beispiel Personen mit Krebs, einer neurologischen Erkrankung (Multiple Sklerose, Schlaganfall etc.), Gicht, Tuberkulose sowie mit einer Leber-, Herz- oder Nierenkrankheit, sollten nicht heilfasten.

Bei jeglicher (chronischen) Erkrankung sollte man stets den Hausarzt fragen, ob das Heilfasten eine sinnvolle Maßnahmen zur Linderung von Symptomen ist. Kranke Menschen sollten niemals eigenständige Heilfastenkuren durchführen, ohne sich ärztlich überwachen zu lassen. Bei schwerwiegenden, anhaltenden Nebenwirkungen ist das Heilfasten umgehend abzubrechen.

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