
Scheinfasten gilt als Fasten-Light: Sie essen kleine, gezielt zusammengestellte Mahlzeiten und reduzieren dennoch die Energiezufuhr so, dass der Körper in einen fastenähnlichen Stoffwechselmodus wechseln kann. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was Scheinfasten ist, wie die 5-Tage-Kur abläuft, welche Lebensmittel typischerweise passen, worauf Sie bei Risiken und Nebenwirkungen achten sollten und wie Sie nach den fünf Tagen sinnvoll weitermachen.
Scheinfasten (häufig auch ‚Fasting Mimicking Diet‘, kurz FMD) bezeichnet eine zeitlich begrenzte Ernährungskur, bei der Sie deutlich weniger Energie aufnehmen als üblich, aber nicht komplett auf feste Nahrung verzichten. In vielen Konzepten dauert die Kur fünf Tage und ist so geplant, dass sie überwiegend pflanzlich, proteinarm und kohlenhydratreduziert bleibt.
| Kurz erklärt: Beim Scheinfasten ‚essen Sie – aber anders‘: weniger, pflanzlicher, proteinärmer und oft mit Fokus auf Gemüse und gesunde Fette. |
Scheinfasten wird häufig gewählt, weil es für viele Menschen alltagstauglicher wirkt als ein kompletter Nahrungsverzicht. Gleichzeitig sollten Sie Erwartungen realistisch halten: Es gibt Hinweise aus Studien, dass periodische Scheinfasten-Kuren bestimmte Stoffwechselmarker verbessern können. Die Studienlage ist jedoch nicht in allen Punkten eindeutig. Gerade bei Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme ist Scheinfasten nicht automatisch ‚harmlos‘ und sollte vorab ärztlich abgeklärt werden.
Wie beim klassischen Fasten sind drei Bausteine entscheidend: Vorbereitung, die Kur selbst und die Zeit danach.
Eine gute Vorbereitung reduziert typische Stolpersteine (Heißhunger, fehlende Planung, zu hoher Alltagsstress).
| Pro-Tipp: Umgebung schlägt Willenskraft: Räumen Sie sehr verlockende Snacks sichtbar weg oder kaufen Sie sie in dieser Woche gar nicht erst ein. |
Viele Pläne folgen einer einfachen Logik: Tag 1 ist häufig etwas weniger streng, Tag 2-5 sind deutlich reduziert. In manchen Konzepten liegen Richtwerte grob bei rund 1.100 kcal an Tag 1 und rund 750-800 kcal an Tag 2-5. Das sind Orientierungen – entscheidend ist die konsequente Reduktion und eine passende Lebensmittelauswahl.
Hier ist eine praxistaugliche Orientierung, die sich an gängigen Scheinfasten-Konzepten ausrichtet.
| Achtung: Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen oder Vorerkrankungen haben (z. B. Gicht, Gallenleiden, Herz-/Nierenerkrankungen, Diabetes), klären Sie Scheinfasten vorab medizinisch ab. |
Ein einfacher, wiederholbarer Ablauf erleichtert die Umsetzung. Beispiel:
| Pro-Tipp (Meal Prep): Waschen, schneiden und portionieren Sie Gemüse am Vorabend. Je weniger Entscheidungen am Tag nötig sind, desto leichter halten Sie den Plan. |
Wenn Sie unsicher sind, ob Sie die Kur ‚richtig‘ aufbauen: Entscheidend sind weniger perfekte Rezepte als die konsequente Grundlogik (pflanzlich, proteinarm, reduziert, ausreichend trinken, moderat bewegen).
Praxisregel: Planen Sie in dieser Woche keine Höchstleistungen. Moderate Bewegung (Spaziergänge) ist oft sinnvoller als intensiver Sport.
Fehler: Zu wenig trinken. Stellen Sie Wasser oder Tee sichtbar bereit; feste Trinkzeiten helfen.
Fehler: Nebenbei naschen. Snacks wirken klein, können aber den Plan kippen. Besser: eine geplante Mini-Mahlzeit.
Fehler: Zu intensiver Sport. Weniger Energie bedeutet oft weniger Leistungsfähigkeit. Setzen Sie auf Spaziergänge oder sanftes Yoga.
Fehler: Danach Belohnungsessen. Der Übergang ist Teil des Erfolgs. Planen Sie Tag 6-7 bewusst leicht.
Wenn Sie sich grundsätzlich für Fastenformen interessieren, lesen Sie gern auch: Wasserfasten (Anleitung und Risiken) als strengere Alternative.
Wie lange dauert Scheinfasten?
Typischerweise fünf Tage, plus 2-3 Vorbereitungstage und 1-2 sanfte Aufbautage.
Muss ich Kalorien zählen?
Nicht zwingend. Wichtig ist die konsequente Reduktion und eine passende Lebensmittelauswahl.
Darf ich Kaffee trinken?
In manchen Konzepten ist eine kleine Menge schwarzer Kaffee vorgesehen – ohne Zucker und ohne Milch.
Ist Scheinfasten zum Abnehmen geeignet?
Kurzfristig kann Gewicht sinken; nachhaltig wird es vor allem, wenn Sie danach Routinen verbessern.
Was mache ich bei starkem Hunger?
Trinken (Wasser/Tee), warme Gemüsesuppe, kurzer Spaziergang, früher schlafen. Bei starken Beschwerden: abbrechen und abklären.
Wie oft darf man Scheinfasten machen?
Das hängt von Person, Ziel und Gesundheit ab. Sinnvoll ist eine individuelle Abwägung.
Was ist der größte Anfängerfehler?
Die Kur durchziehen und danach sofort in alte Muster zurückfallen. Planen Sie den Übergang aktiv.
Ist Scheinfasten für Menschen mit Erkrankungen geeignet?
Nur nach Rücksprache – besonders bei regelmäßiger Medikation oder chronischen Erkrankungen.
Wenn Sie Fasten nicht als DIY-Projekt, sondern als bewusst geplante Auszeit erleben möchten, kann eine begleitete Woche (z. B. Fastenwandern) hilfreich sein: Struktur, Bewegung, Ruhe und ein klarer Rahmen erleichtern vielen Menschen die Umsetzung.
Hier der Artikel als Anleitung / PDF: Was ist Scheinfasten? – Definition und Anleitung
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenn Sie Vorerkrankungen haben, Medikamente einnehmen, schwanger sind oder stillen, sprechen Sie vor einer Fastenkur mit Ärztin/Arzt.
