
Intervallfasten ist für viele Menschen der Einstieg in ein bewussteres Essverhalten: nicht ständig snacken, dem Körper Erholung gönnen und dabei vielleicht sogar ein paar Kilos verlieren. Gleichzeitig ist es wichtig, realistisch zu bleiben: Intervallfasten ist kein Wundermittel, sondern eine mögliche Ernährungsform unter vielen.
In dieser Anleitung erhältst du einen konkreten Intervallfasten Plan für 6 Tage, der sich gut in einen normalen Alltag integrieren lässt – angelehnt an die Struktur unseres Heilfasten-Plans, aber speziell für das Intervallfasten aufbereitet.
Du erfährst:
Wichtig: Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn du Vorerkrankungen hast, Medikamente einnimmst, schwanger bist, stillst oder unsicher bist, sprich immer zuerst mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, bevor du mit Intervallfasten oder anderen Fastenformen beginnst.
Intervallfasten (auch „intermittierendes Fasten“) ist keine Diät im klassischen Sinne, sondern eine bestimmte Verteilung von Ess- und Fastenzeiten. Du wechselst zwischen Phasen, in denen du normal isst, und Phasen, in denen du auf energiereiche Lebensmittel verzichtest. Wichtig ist dabei weniger was du isst, sondern wann. Trotzdem lohnt sich natürlich eine überwiegend pflanzenbetonte, vollwertige Ernährung – dein Körper dankt es dir doppelt.
Es gibt mehrere etablierte Modelle:
Für unseren 6-Tage-Plan nutzen wir die 16:8-Methode, weil sie vergleichsweise alltagstauglich ist und sich gut mit Beruf, Familie und Bewegung kombinieren lässt.
Studien zeigen, dass Intervallfasten bei vielen Menschen ähnlich gut beim Abnehmen wirkt wie eine klassische Kalorienreduktion, sofern die Gesamtenergiezufuhr über die Woche gesehen reduziert wird. Einen magischen Spareffekt gibt es nicht – aber Intervallfasten kann dabei helfen, Essenspausen bewusst einzuhalten und unnötige Snacks zu vermeiden.
Mögliche Effekte, die in Untersuchungen beschrieben wurden:
Wichtig: Viele dieser Effekte sind noch nicht abschließend für den Menschen belegt oder beruhen auf Studien mit begrenzter Teilnehmerzahl bzw. auf Tierversuchen. Langfristige Daten fehlen noch. Große Untersuchungen zeigen, dass Intervallfasten in seinen Stoffwechselwirkungen vergleichbar mit einer normalen Reduktionsdiät sein kann – weder Wundermittel noch Flop.
Gerade in der Umstellungsphase können auftreten:
Meist lassen diese Beschwerden nach einigen Tagen nach – vorausgesetzt, du trinkst ausreichend und übertreibst es nicht mit Kaffee oder Süßstoffen.
Wichtiger Hinweis: Intervallfasten ist nicht für alle Menschen geeignet. Wenn du z. B. an Essstörungen, Untergewicht oder starkem Übergewicht mit Begleiterkrankungen leidest, Diabetes, Herz-Kreislauf- oder anderen chronischen Erkrankungen hast, schwanger bist oder stillst, regelmäßig bestimmte Medikamente einnimmst oder sehr jung oder hochbetagt bist, solltest du Intervallfasten nur nach Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal ausprobieren – oder komplett darauf verzichten.
Eine gute Vorbereitung macht den Unterschied zwischen Frust und „Das fühlt sich machbar an“. Plane dir idealerweise eine Woche, in der du weniger Termine und genug Schlaf einplanen kannst.
Wähle die 16:8-Methode für deinen 6-Tage-Plan. Lege ein Essensfenster fest, das zu deinem Alltag passt, z. B. 10–18 Uhr (frühes Essfenster) oder 12–20 Uhr (späteres Essfenster). Halte dieses Fenster nach Möglichkeit an allen 6 Tagen konstant – Routine hilft deinem Körper.
Lege dir vor Beginn der Woche zu:
Entferne, soweit möglich, stark verarbeitete Snacks aus Sichtweite – gerade in den ersten Tagen können sie sehr verlockend sein.
Stelle sicher, dass du pro Tag mindestens 1,5–2 Liter kalorienfreie Getränke zu dir nimmst – Wasser, ungesüßter Tee, bei guter Verträglichkeit auch schwarzer Kaffee (ohne Zucker, ohne Milch).
Der folgende Plan ist ein Beispiel für einen 6-tägigen 16:8-Rhythmus. Er ersetzt keine individuelle Ernährungsberatung, gibt dir aber eine klare Orientierung. Passe Mengen und genaue Lebensmittel an deine Bedürfnisse, Vorlieben und eventuelle Empfehlungen deines Arztes oder deiner Ernährungsberatung an.
Wir gehen von einem Essensfenster 12–20 Uhr aus – du kannst es natürlich verschieben.
Eine mögliche Gestaltung deiner Woche – nutze sie als Inspiration, nicht als starres Muss.
| Tag | Fastenfenster | Essensfenster | Beispielmahlzeiten | Hinweise |
| Tag 1 – Einstieg | 20–12 Uhr | 12–20 Uhr | 12 Uhr: Gemüsesuppe + Vollkornbrot; 16 Uhr: Obst + Handvoll Nüsse; 19 Uhr: Ofengemüse mit Hirse & Feta | Starte entspannt, beobachte Hunger & Energie. Viel trinken, Kaffee eher moderat. |
| Tag 2 – Rhythmus finden | 20–12 Uhr | 12–20 Uhr | 12 Uhr: großer Salat mit Kichererbsen; 16 Uhr: Naturjoghurt mit Beeren; 19 Uhr: Vollkornnudeln mit Gemüsesauce | Achte auf genügend Eiweiß, damit du länger satt bleibst. Leichte Bewegung einplanen. |
| Tag 3 – Fasten stabilisieren | 20–12 Uhr | 12–20 Uhr | 12 Uhr: Gemüsepfanne mit Tofu; 16 Uhr: Apfel + Nüsse; 19 Uhr: Kartoffeln mit Quark & Rohkost | Eventuelle Müdigkeit ist in der Umstellung normal. Bei starkem Unwohlsein Fasten abbrechen. |
| Tag 4 – Bewusst genießen | 20–12 Uhr | 12–20 Uhr | 12 Uhr: Linsendal mit Reis; 16 Uhr: Gemüsesticks mit Hummus; 19 Uhr: bunter Salatteller mit Ei | Halte Pausen zwischen den Mahlzeiten, um Blutzuckerspitzen zu vermeiden. |
| Tag 5 – Alltagstest | 20–12 Uhr | 12–20 Uhr | 12 Uhr: Vollkornbrot mit Käse & Gemüse; 16 Uhr: Obstsalat; 19 Uhr: Gemüse-Curry mit Kichererbsen | Achte heute besonders darauf, wie gut Intervallfasten in deinen Berufs- oder Familienalltag passt. |
| Tag 6 – Fazit & Ausklang | 20–12 Uhr | 12–20 Uhr | 12 Uhr: Quinoa-Salat; 16 Uhr: Naturjoghurt mit Nüssen; 19 Uhr: Gemüsepfanne mit Fisch oder Tofu | Ziehe am Abend Bilanz: Was tut dir gut? Was würdest du beim nächsten Mal verändern? |
Nach den 6 Tagen kannst du entscheiden, ob du Intervallfasten weiterführen, anpassen oder wieder beenden möchtest. Hör auf deinen Körper – und nimm dir die Freiheit, anzupassen oder aufzuhören.
Schwarzer Kaffee ohne Zucker und Milch wird in vielen Studien als „fastenverträglich“ angesehen, weil er kaum Kalorien enthält. Wenn du jedoch sehr empfindlich auf Koffein reagierst oder Magenprobleme bekommst, reduziere die Menge oder steige auf Kräutertee um.
Streng genommen nicht: Beim Intervallfasten geht es vor allem um die Einhaltung der Essens- und Fastenzeiten. Trotzdem gilt: Wer im Essensfenster dauerhaft deutlich mehr Energie aufnimmt, als der Körper verbraucht, wird auch mit Intervallfasten nicht abnehmen. Ein paar Tage grob mitzuschreiben, was du isst, kann hilfreich sein.
Ja, viele Menschen nutzen Intervallfasten, um ihren Alltag klarer zu strukturieren, Heißhunger zu reduzieren oder bewusster zu essen. Solange du normalgewichtig und gesund bist und dich wohlfühlst, kann Intervallfasten ein Baustein für einen achtsameren Lebensstil sein.
Dazu gibt es keine festgelegte Obergrenze. Wichtig ist, dass du dich auf Dauer körperlich und psychisch gut fühlst, keine Mangelerscheinungen auftreten und regelmäßige ärztliche Kontrollen stattfinden, wenn du Vorerkrankungen hast. Viele Menschen nutzen Intervallfasten als langfristige Ernährungsform, andere phasenweise.
Du solltest Intervallfasten nicht ohne ärztliche Begleitung durchführen, wenn:
In all diesen Fällen ist es wichtig, gemeinsam mit Ärzt*innen oder Ernährungsfachleuten zu prüfen, ob und in welcher Form Intervallfasten für dich in Frage kommt. Generell gilt: Wenn du dich unwohl fühlst, starke Kreislaufprobleme oder andere Beschwerden bekommst, brich das Fasten ab und lass die Ursache medizinisch abklären.
Fasten ist leichter, wenn du dich gut aufgehoben fühlst. Im Gästehaus Juhl kombinieren wir Fasten, bewusste Bewegung und Naturerlebnis auf der Schwäbischen Alb. Während unserer Fastenwanderwochen wirst du fachlich begleitet, kannst dich austauschen und die besondere Atmosphäre in der Gruppe nutzen, um neue Gewohnheiten auszuprobieren.
Auch wenn unsere Angebote vor allem auf klassische Fastenformen ausgerichtet sind, kannst du die Erfahrungen aus deinem 6-Tage-Intervallfasten-Plan wunderbar mit Fastenwandern verbinden:
Wenn du Lust hast, dein Fasten in einer naturnahen Umgebung zu vertiefen, schau dir unsere aktuellen Fastenwander-Angebote an – oder melde dich bei uns, wenn du Fragen hast.
→ Jetzt Fastenwanderwoche im Gästehaus Juhl entdecken
Hier der Titel des PDFs: „Intervallfasten Plan für 6 Tage – Wochenplan & Anleitung“, die Du herunterladen kannst.
